Sonderausstellung Gut betucht – Alamannenmuseum Ellwangen

Sonderausstellung gut betucht Flyer auf Gewebe

Das Alamannenmuseum Ellwangen hat mir den Flyer sowie ihre Pressemitteilung zur Sonderausstellung Gut betucht zukommen lassen. Vielleicht findet ja der eine oder die andere Zeit, nach Ellwangen zu fahren?

ACHTUNG! DAS ALAMANNENMUSEUM IST BIS EINSCHLIESSLICH 19. APRIL WEGEN DER AKTUELLEN CORONAGEFAHR GESCHLOSSEN!!!

Neue Sonderausstellung im Alamannenmuseum Ellwangen: „Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen“ wird bis 11. Oktober 2020 präsentiert

 

ELLWANGEN (pm) – Noch bis 11. Oktober ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung “Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen” zu sehen. Zu der Ausstellung über neue Erkenntnisse der Textilarchäologie gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, das in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, der Hochschule Niederrhein und der Initiative Fairtrade-Town Ellwangen entstand. So werden monatliche Kuratorenführungen, Aktionstage, Kurse, Schülerworkshops und Vorträge angeboten, immer am ersten im Monat finden weitere Führungen statt.

 

„Ich habe nichts anzuziehen!“ Gemeint ist damit aber nicht, dass man nun in die Not käme, nackt herumlaufen zu müssen. Sondern das genaue Gegenteil ist der Fall: die Auswahl an Kleidung, die im Schrank hängt, ist so groß, dass einem die Auswahl schwerfällt. Und wenn man trotzdem nicht weiterweiß, kann man sich immer noch über das Internet ein neues Outfit bestellen und bekommt es auch noch schnellstens ins Haus geliefert. Ganz anders sah es da zu Zeiten der Alamannen aus. Zum einen gab da weder Schränke noch Internet. Zum anderen war die Anzahl der Kleidungsstücke, aus denen man wählen konnte, doch recht überschaubar. Gar mancher war tatsächlich froh, wenn er nicht nackt laufen musste.

 

Seit der Mensch begonnen hat, Kleidung zu tragen, spielt nicht nur die Schutzfunktion eine wichtige Rolle, sondern sehr schnell kam auch der ästhetische Aspekt hinzu. Aber erst mit der Herstellung von Garn aus einzelnen Fasern und deren Weiterverarbeitung zu Textilien besteht die Möglichkeit, das Aussehen selbst zu bestimmen. Seit dieser Zeit haben sich die einzelnen Arbeitsschritte nicht wesentlich verändert. Nur übernehmen heute Maschinen, was Jahrtausende lang mühevolle Handarbeit war. Erst durch die Industrialisierung der Textilproduktion ist die für uns heute selbstverständliche große Auswahl an Kleidungsstücken möglich geworden.

 

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung zur Kleidung der Alamannen stehen neue Erkenntnisse der Textilarchäologie. Wolle und Leinen waren die hauptsächlich zur Verfügung stehenden Materialien. Anhand von archäologischen Funden werden die einzelnen Schritte vom Schaf zum fertigen Mantel nachvollziehbar. Doch die Herstellung von Leinenstoffen war noch viel aufwendiger.

Im Gebiet der Alamannen haben sich Textilien durch die Zeit nur sehr schlecht erhalten. Deshalb zeigt die Ausstellung an Repliken ausgewählter Beispiele, wie die Kleidung ausgesehen haben könnte. Etwas Besonderes stellt dabei die Installation der Grablege einer vornehmen Dame aus Lauchheim dar: Sie zeigt, in welcher Kleidung und mit welchen Textilbeigaben die Tote bestattet wurde.

Die Ausstellung zeigt auch den Arbeitsaufwand, der mit der Herstellung eines einzigen Kleidungsstückes verbunden ist. Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sind also keine Erfindung unserer Zeit.

 

Eine Begleitpublikation ist in Vorbereitung, diese erscheint Ende April.

Weberin Jasmin Kaiser

 

Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung Gut betucht:

 

Führungen am

5.4. | 3.5. | 7.6. | 5.7. | 2.8. | 6.9. und 4.10.2020

jeweils um 15 Uhr

 

Kuratorenführungen mit Jürgen Heinritz am

22.3. | 26.4. | 17.5. | 12.7. | 23.8 | 27.9. und 11.10.2020

​jeweils um 15 Uhr

 

Kunkelstube im Museum

Offenes Treffen zum Spinnen von Tier- und Pflanzenfasern

14.3. | 11.4. | 9.5. | 13.6. | 11.7. | 8.8. | 12.9. und 10.10.2020

jeweils 15-17 Uhr.

 

Aktionstag “Vom Flachs zum Leinen”

7.6.2020

jeweils 13-17 Uhr

 

Aktionstage “Wolle” mit Krainer Bergschafen im Museumshof

26.4. und 13.9.2020

jeweils 13-17 Uhr

 

Großer Aktionstag “Wolle und Schafschur” mit Krainer Bergschafen am Internationalen

Museumstag mit Handwerkervorführungen und Bewirtung

17.5.2020

11-17 Uhr

 

Aktionstag “Wie man’s dreht – Brettchenweben”

28.6.2020

13-17 Uhr

 

Aktionstage “Färben und Färbepflanzen”

19.7. und 6.9.2020

jeweils 13-17 Uhr

 

6.Ellwanger Alamannen-Forum zum Thema “Textilien im frühen Mittelalter”

6. und 11.10.2020

jeweils 13-17 Uhr

 

Museumskurse (Anmeldung erforderlich):

Brettchenweben für Anfänger

19./20.9.2020

 

Brettchenweben für Fortgeschrittene

14./15.3. und 26./27.9.2020

 

Nadelbinden für Anfänger

21./22.3.2020

 

Nadelbinden für Fortgeschrittene

18./19.4.2020

 

Einführung in das Kammweben

14.6. und 3.10.2020

 

 

Workshops für Schulen

Meine Kleidung. Mein Konsum. Meine Verantwortung, mit Barbara Sora Gundling, Verein

FEMNET e.V., Bonn (Anmeldung erforderlich)

Alamannenmuseum

23.4.2020, 7.45-9.45 Uhr oder 10.45-12.45 Uhr

 

 

Vortragsreihe

Das Museum ist jeweils bis Vortragsbeginn geöffnet.

Eintritt jeweils 5 Euro:

 

22.4.2020, 18 Uhr

Barbara Sora Gundling, Verein FEMNET e.V., Bonn

Kaufen, anziehen, wegwerfen. Die Modeindustrie zwischen Wertschätzung & Wertschöpfung

Kapelle der Comboni-Missionare, Rotenbacher Straße 8, Ellwangen (100 Meter vom Museum

entfernt)

 

24.6.2020, 18 Uhr

Dr. Johanna Banck-Burgess, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart,

Esslingen

Textilarchäologie. Spagat zwischen Forschung und Öffentlichkeit

Alamannenmuseum

 

9.9.2020, 18 Uhr

Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt, Hochschule Niederrhein, Fachbereich Textil- und

Bekleidungstechnik, Mönchengladbach

Wolle und Leinen – Nachhaltige Funktionsfasern der Zukunft?

Alamannenmuseum

 

30.9.2020, 18 Uhr

Jürgen Heinritz, Pleidelsheim

Spinnen und Weben in Mythen und Märchen

Alamannenmuseum

Zusätzliche Posterausstellung

 

22.4.-11.10.2020

Posterausstellung des Vereins FEMNET e.V., Bonn

Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien

am Museumseingang

 

Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter

Alamannenmuseum Ellwangen erhältlich.

 

Sonderausstellung “Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen”

7.2.-11.10.2020

Alamannenmuseum Ellwangen

Haller Straße 9

73479 Ellwangen

Telefon +49 7961 969747

Telefax +49 7961 969749

alamannenmuseum@ellwangen.de

Alamannenmuseum Ellwangen

 

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr

Samstag, Sonntag 13-17 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Eintritt: 3,50 €, ermäßigt 2,50 €, Familie 8,00 €

 

Sonderausstellung Gut betucht Flyer
Das Plakatmotiv der Sonderausstellung „Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen“ zeigt in einer
Bildkollage eine zeichnerische Rekonstruktion des Frauengrabes 974 einer reichen Dame mit hochwertiger
Textilausstattung aus Lauchheim im Ostalbkreis und einige Schmuckstücke sowie originalgetreue
Nachwebungen von Stoffen aus diesem Grab (Foto: Museum).

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