Rezension Die Seidenweberin von Ursula Niehaus

Tag des Buches 2018

Gestern war der Tag der Erde, hierzu habe ich hier gebloggt, heute ist der Tag des Buches und es gibt auf dem Blog eine Rezension, „Die Seidenweberin“ von Ursula Niehaus. Wozu ein Frühjahrsputz so gut sein kann. Beim Abstauben der Bücherregale blieb mein Blick auf einem Buch, das ich euch unbedingt ans Herz legen möchte. Es ist schon über zehn Jahre alt, aber noch immer im Buchhandel erhältlich.

Der Welttag des Buches geht auf den Georgstag zurück sowie diverse Geburtstage weltberühmter Schriftsteller (Shakespeare, Laxness…). Es wird das Lesen gefeiert, Bücher und alles rund um die Welt der Buchstaben. Die Schiffchenschieberin liest auch unglaublich gern, Bücher waren quasi die erste große Liebe und ich konnte schon vor der Schule lesen und wühlte mich exzessiv durch sämtliche Klassiker meiner Jugend.

Rezension Die Seidenweberin Ursula Niehaus _DieSchiffchenschieberin

 

Die Seidenweberin

Der Titel „Die Seidenweberin“ lässt auf einen Frauen-in-Hosen-Roman schließen, doch dies Buch ist der Beweis dafür, dsas es Frauen im Mittelalter nicht immer nötig hatten, sich als Mann zu verkleiden um Erfolg zu haben, sondern dass sie ganz allein ihre Frau stehen konnten.
Köln, 1470: Fygen wächst nach dem Tod ihres Vaters Konrad van Bellinghoven bei ihrem Onkel auf, der es nicht allzu gut mit ihr meint. Als dies der Haushälteirn Lijse auffällt, schickt sie Fygen zur Lehre nach Köln, um dort das Seidenhandwerk bei einer entfernten Verwandten zu erlernen. Auf dem Weg nach Köln sieht sie auf dem Schiff ein wunderschönes Stück Stoff, will es einmal berühren und näher betrachten und kann nur schwer das Missverständnis aufklären, das sie keine Diebin ist.

Sie ahnt nicht, dass der Mann, der sie des Diebstahls bezichtigt und dessen Angestellter sie daraufhin ausgepeitscht hat, eine wichtige Rolle in ihrem weiteren Leben spielen wird. In Köln angekommen, ist Fygen überwältigt von den Eindrücken der großen Stadt. Umso ernüchterter ist sie, als sie bei Tante Mettel und ihrer Tochter Grete ankommt, die in einem ungepflegten Haus leben und ihren Lehrmädchen gegenüber sehr tyrannisch auftreten, so wird sie in Köln nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Das Lehrmädchen Kathryn ist die einzige, die nett zu ihr ist und viel beibringt.

Kathryn und ihr Geheimnis

An einem Sonntag, dem einzig freien Tag für die Seidweberinnen, lädt Kathryn Fygen zu ihrer Familie ein. Ihre Mutter erkennt in Fygens honiggelben Augen die Augen des Schatzmeisters des Königs wieder, doch was hat er mit Fygen zu tun??? Durch verschiedene Schicksalsschläge kommt auf Kathryn und Fygen viel Arbeit in der Werkstatt zu. So ist es nicht verwunderlich, dass Kathryn nach Bestehen ihrer Prüfung, an der Fygen nicht ganz unbeteiligt ist, die Werkstatt der alten Mettel grußlos verlässt. Sie ahnen nicht, dass ihre Schicksale dicht miteinander verwoben sind. Durch ihre Hilfe bei der Abschlussprüfung verändert sich Fygens gesamtes Leben und so stellt sie sich tapfer ihren Aufgaben. Doch die Liebe zu den Stoffen, zu ihrem Beruf, geben ihr die Kraft, ihr Leben zu meistern und einen großen Traum zu verwirklichen. Doch welches Geheimnis steckt hinter ihren Augen, ihrer Herkunft?

Die Schiffchenschieberin meint:

„Die Seidenweberin“ ist das erste Buch der gebürtigen Kölnerin, die nach ihrem Studium ein eigenes Stoffgeschäft besaß. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ihre große Liebe zu Köln sowie die Liebe zu Stoffen wunderbar in diesem Buch vereint werden, sie sind auf jeder Seite spürbar und machen das Buch dadurch so einzigartige. Der Leser erfährt viel über die Herstellung von Stoffen, die Seidenraupenzucht und die Historie der Stadt Köln. Fygen Lützenkirchen gab es wirklich, hier hat Ursula Niehaus lange und ausgiebig recherchiert. Lützenkirchen war damals eine der erfolgreichsten Seidenweberinnen der Stadt Köln, nur noch übertroffen durch ihre Freundin Tryngen, die im Buch Kathryn heißt. Und auch andere Persönlichkeiten des Buches hat es wirklich gegeben, doch mit viel Fantasie hat die Autorin die zeitlichen Geschehnisse ihrer Geschichte angepasst, ohne den Kern zu verlieren oder Dinge zu verdrehen. Das Buch lässt sich flüssig lesen, es reißt einen förmlich mit und man fühlt nahezu die Seide auf der Haut, so farbenprächtig und bildreich schildert Niehaus das alte Weberhandwerk.

 

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