Ordentliche Webkanten und richtig anschlagen

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Wieso ordentliche Webkanten und richtig anschlagen zusammengehören erfahrt ihr heute im Blog. Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe und erleichtern uns die weitere Arbeit sehr. Auf geht´s!

Winkel
Könnt ihr euch noch an das Weben in der Schule erinnern? Dieses ein Faden rauf, nächster runter usw. Am Rigid heddle loom benötigen wir das durch die Fachbildung nicht mehr, ABER nichtsdestotrotz müssen die Fäden natürlich weiterhin über einen Faden, unter den Faden, über, unter usw. Daher benötigt der Schussfaden mehr Platz als die eigentliche Breite unseres Webstücks. Ihr schießt den Faden ein und legt diesen mit einem 45-Grad-Winkel und haltet an der Ecke fest. Dann schlagt ihr an, EINMAL, und wechselt das Fach. Dieser Winkel ist wirklich wichtig und führt zu ordentlichen Webkanten. Alternativ könnt ihr den Faden in einem Bogen einlegen. Hierbei achtet ihr bitte auch darauf, dass der Schussfaden nicht zu straff und nicht zu locker ist.

Ordentliche Webkanten - 45-Grad-Winkel

Tipps und Tricks für ordentliche Webkanten und richtig anschlagen

Zusätzlicher Kettfaden

Ihr werdet sicher schon festgestellt haben, dass man beim Weben meist eine schöne Webkantenseite hat und eine weniger schöne. Das ist leider kaum zu vermeiden und gleicht sich beim Waschen meist wieder aus. Wenn es euch aber wirklich stört, der äußere Kettfaden vielleicht auch an Spannung nachlässt, könnt ihr einen zusätzlichen Faden (z.B. Angelschnur) einweben, den ihr nach dem Weben problemlos entfernen könnt.

Farbwechsel

Solltet ihr z.B. Streifen weben und daher die Farbe öfter wechseln müssen, wechselt die Seite regelmäßig an der das neue Garn eingewebt wird! Sonst gibt es unschöne Beulen. Oder ihr lasst es mittig im Gewebe überlappen, das mache ich sehr gern.

Ordentliche Webkanten - neues Garn

Schiffchen wickeln

Wenn ihr mit normalen Webschiffchen arbeitet, wickelt ihr diese am besten immer wie die Zahl Acht auf. Somit habt ihr schon immer etwas mehr Garn zur Verfügung und müsst nicht an den Kanten ziehen.

Ordentliche Webkanten - Schiffchen wickeln

Spannung

Das A und O eines ausgeglichenen Webstücks ist die Kettspannung. Arbeitet hier wirklich genau und in Ruhe, sonst ärgert ihr euch hinterher riesig. Checkt beim Anschnüren mehrfach, ob die Spannung gleichmäßig ist und spannt gegebenenfalls nach, ihr ärgert euch sonst extrem.

Anschlagen

Ihr schlagt bitte nur EINMAL an. Ihr greift dazu den Gatterkamm mit BEIDEN Händen und zieht ihn zu euch, schlagt einmal an und bringt den Gatterkamm zurück in die nächste Position. Nicht zu fest, es sei denn, ihr webt einen Teppich oder Overshot. Denkt eher an etwas, das kaputt gehen kann. Falls ihr mehrfach anschlagt, kann das zu „traurigen“ Webkanten führen – also die Webkanten scheinen einen Bogen nach unten zu machen. Das wollen wir ja nicht, wir wollen glückliches, ausgeglichenes Gewebe 🙂 Wichtig ist gleichmäßig anzuschlagen.

Kette oft nachlassen

Nicht nur, dass euer Gewebe es euch danken wird, da die Abreibung im Gatterkamm wirklich heftig ist, auch die Webkanten werden davon beeinflusst. Je näher das Gewebe am Gatterkamm ist, desto mehr werden die äußeren Kettfäden belastet. Daher lasst die Kette so oft es geht nach.

S-Haken / Kettfadengewicht

Sollten einige Fäden durchhängen, vor allem die äußeren Kettfäden, könnt ihr euch mit diesen S-Haken behelfen (oder Kettfadengewichte) und die Spannung so zurück gewinnen.

Ordentliche Webkanten - S-Haken

Ausgeglichenes Gewebe

Ein ausgeglichenes Gewebe ist ebenfalls hilfreich, an den Kanten stehen keine Schlaufen über, es gibt keinen Einsprung – perfekt.

Fazit:

Richtig anschlagen führt zu geraden Kanten. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die euch helfen können, ein wirklich ordentliches Webstück zu bekommen. Macht euch hier aber nicht allzu verrückt. Es ist HANDARBEIT, nicht maschinell gefertigt. Menschen machen Fehler, das macht alles sympathisch – und einzigartig. Vielleicht ist es ja gar kein Fehler sondern ein besonderes Designelement?! 😉

All das lernt man nicht über Nacht, sondern durch Übung, aber das kommt schneller als ihr euch vorstellen könnt. Wichtig ist regelmäßiges Üben. Arbeitet nicht gleich mit dem teuersten handgefärbten Luxusgarn sondern nehmt günstige Sockengarne, Baumwolle, was ihr so da habt und dann legt ihr los. Hebt diese Stücke auf und vergleicht ab und zu und staunt, wie sehr ihr euch verbessert habt!

Was sind eure liebsten „Designelemente“? Ich bin neugierig

In diesem Sinne, fröhliches Weben,

eure Bianca

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