Kelly Wright im Interview

Das Buch Punch needle 20 coole Projekte auf der h+h Köln 2019

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Kelly Wright im Interview – pünktlich zum heutigen Punch needle Rug hooking day (kurz #IPNRHD). Sie ist die Gründerin von DKW-Construction und versucht (ziemlich erfolreich) die Deutschen von unbekannteren tollen amerikanischen Handarbeiten wie Punch needle zu überzeugen. Wir haben uns Ende März auf der h+h in Köln getroffen und über ihr Buch Punch needle – 20 coole Projekte für die Stanznadel [Amazon Affiliate Link], Punch needle und vieles mehr gesprochen…und wir hätten noch viel länger sprechen können. Ihr Buch erscheint Ende April und wird selbstverständlich hier im Blog umgehend vorgestellt. Schiffchenschieberinnenehrenwort!

Kelly Wright

Kelly Wright hat Mathematik, Germanistik, Linguistik und BWL studiert, wäre gern Sattlerin geworden und liebt die Natur. Ihre Hände stehen eigentlich nie still, sie baut, zopft oder puncht seit sie 6 Jahre alt ist. Man kann ihr stundenlang zuhören wenn sie beginnt über ihre Werke, Ideen, Inspirationen zu erzählen, doch lest selbst…

Kelly Wright im Interview oder ein Leben für Teppiche

Kelly Wright: Meine Firma habe ich gegründet, weil mir die Verbindung von Technik und Kunst so gut gefällt. Der Name DKWright Construction stammt von meinem Vater, der sein Tiefbauunternehmen 1962 gegründet hat. Ich fand „im Großen so im Kleinen“ schon immer interessant. Wenn man z.B. Teppiche macht, braucht es dieselbe Technik, Intelligenz und Kreativität wie wenn wenn man baut. Wenn ich jemandem etwas beibringe, z.B. wie man einen Ärmel einfügt, merke ich das extrem. Anschließend gehen die Leute ganz anders durch die Welt, nehmen Strukturen, Farben ganz anders wahr und schauen über ihren Tellerrand. Das ist einfach toll. Gerade diese Verbindung aus Kunst und Technik fasziniert mich sehr.

Und es war schon immer so, dass ich mich am besten, präzisesten ausdrücken konnte, wenn ich z.B. einen Teppich gemacht habe und diesen den Leuten zeigen konnte. Im Prinzip ist alles, was ich mache, ein Dialog. Das, was in einem steckt, nach außen zu tragen. Und diese Geschichte ändert sich immer, je nachdem, was gerade auf dem Tagesplan steht und wer dein Gegenüber ist. Ich habe viele tolle Begegnungen, die auch jeweils eine ganz besondere Eigenschaft annehmen, weil dieses gemeinsame Projekt zwischen uns steht – als Bindungselement, nicht als Trennung! Es ist eine Verbindung zur Außenwelt, aber auch zur Vergangenheit, zwischen Europa und Amerika, Tradition und Moderne.

 

die schiffchenschieberin: Mich erinnert das ein wenig an die Treppenstufen im Amy Oxford-Buch, wo teilweise ganze Familiengeschichten erzählt werden, die sind so unglaublich schön.

Ich bin ich meiner Handwerkskunst traditionell verbunden und habe daher eine große Schwäche für schöne Teppiche und merke einfach, wenn man nach Hause kommt und da liegt ein schöner, sehr persönlicher Teppich auf dem Boden, wie sehr man sich zu Hause fühlt und wie entspannend das ist, dass man sich mit seinen eigenen Farben umgibt. Deswegen bin ich nach wie vor ein ganz großer Verfechter der Teppiche. Er muss nicht groß sein. Traut euch einfach, traut euch da ran, euren ganz persönlichen Teppich auszudenken, auszuleben, umzusetzen. Schaut, wie es sich nach einigen Wochen anfühlt, damit in den eigenen vier Wänden zu leben. Ich freue mich sehr, dass dir das Bild im Buch so aufgefallen ist. Bei mir daheim – ich liebe auch Parkettböden – liegen überall verteilt Teppiche mit einem Ausdruck des Familienlebens. Deswegen finde ich es großartig zu sehen, mit welcher kreativen Energie Leute, die bisher nichts davon gewusst haben, wo es auch nicht wirklich in die kreative Tradition hineinpasst, diese Handwerkskunst kennen lernen und mit ihrer Geschichte, ihrem Leben füllen.

Monk´s cloth gefärbt von Kelly Wright und rug hooking-Garne

Needle Punching in Deutschland

die schiffchenschieberin: Du hast eben schon die Tradition der Teppiche, der Geschichten erwähnt, wie erklärst du dir den großen Unterschied zum aktuellen Trend Punch needle? Es heißt ja, wir Deutschen mögen eher die Stichseite und machen eher kleine Stickbildchen, was mit dem eigentlichen Punch needle rug hooking nichts zu tun.

Kelly: Das ist jetzt der Einstieg, es ist etwas Neues. Wer es mag, wird in die Tiefe gehen wollen. Die Stichseite ist so attraktiv, weil sie so klar ist, weil man auf einem kleinen Stickbild illustrativ arbeiten kann. Und weil man leider wenig Erfahrung damit hat, die Schlingenseite ordentlich zu säubern. Wir werden in ein paar Jahren sehen, dass es beide Elemente geben wird. Die Wandbilder sind großartig und toll und irgendwann, wenn die Wand voll ist, dann wird man sich an größere Werke trauen. Was mir besonders gefällt ist, dass ein Teppich diese Schnelllebigkeit nicht hat, was wiederum der Vorteil der kleinen Bilder ist.

Ich habe z.B. so ein Schlüsselbrett zu Hause und dort ist ein Feld für Jahreszeitenbilder, es ist ein bisschen christliches Waldorfleben, wo man sich vergegenwärtigt, in welcher Saison man gerade lebt. Dadurch, dass man diese Bilder verändern kann, habe ich einen Nutzgegenstand mit einem Kunstgegenstand verbunden und er sieht immer anders aus. Es ist wie der Weihnachtsschmuck, den man aus der Schublade zieht, wobei auch Erinnerungen an die vergangenen Weihnachten hoch kommen. Genau diesen Effekt habe ich bei diesem Schlüsselbrett. Mir gefällt, dass ich schnell etwas wechseln, verändern kann, so dass ich eine frische, jahreszeitbezogene Note ins Haus holen kann.

Schnelllebigkeit vs. Langlebigkeit

Aber dieser eine Teppich, der auf dem Boden liegt, der nicht diese Schnelllebigkeit hat, an dem man wirklich lange gearbeitet hat, wo man den letzten Stich gemacht hat und unglaublich stolz auf sich ist, diesen dann schlussendlich auslegt, ihn seinen Gästen zeigt, diese darüber laufen und ihre Erinnerungen hinter lassen – DAS ist ein echtes Familienstück. Das hat einen ganz ganz großen Platz in meinem Herzen. Das werdet ihr lernen.

Und ein Teppich sieht einfach auf der Flachseite nicht gut aus. Es kommt nicht so sehr auf die kleinen Details z.B. eines Stickbilds an und ich glaube ganz fest, dass dies noch kommen wird. Ich bin auch so froh, das Medium Buch gefunden zu haben um den Leuten erklären zu können, wie man ordentlich versäubert, denn diese Information fehlt bislang. Und auch die Information, was noch alles mit dieser Technik möglich ist. Momentan arbeiten so viele jüngere Leute mit Texturen, Schlingen finden als Haptik ihren Reiz wieder. Es ist in Ordnung, dass es auch mal etwas unordentlicher ausschaut. Irgendjemand hat mir neulich gesagt, 2019 wird das Jahr der Imperfektion. Die Perfektion in Imperfektion. Und die Fähigkeit, sich mit dem sich wandelnden Geschmack mit zu wandeln. Das ist auch wieder die Teppichkunst. Ich mache das seit 1976.

 

die schiffchenschieberin: Wie kamst du überhaupt dazu?

Kelly: 1974 haben mir meine Großeltern zu Weihnachten ein Buch mit 365 Gute-Nacht-Geschichten geschenkt und habe mir ganz brav vorgenommen, nur eine Geschichte pro Tag zu lesen. Am 17.Dezember 1975 gab es die Geschichte über eine Mutter, die für ihren Jungen einen Spielteppich gemacht hat und der Junge war so fasziniert, weil vor der verschlossenen Nähzimmertür seiner Mutter immer kleine Wollreste lagen, die ihn neugierig gemacht hatten. Am Weihnachtstag hat er den Spielteppich bekommen und sich unglaublich gefreut. Diese Geschichte hat mich nicht losgelassen.

Punch needle Gauge

Was ein Spielteppich auslösen kann

die schiffchenschieberin: Ist das der Hintergrund für den Spielteppich in deinem Buch?

Kelly Wright: Genau! Deshalb musste ich unbedingt einen Spielteppich machen. Im Sommer 1976 war ich dann wieder bei meinen Großeltern auf dem Bauernhof und bin zu meiner Großmutter gegangen wollte mehr wissen. Ich muss jetzt ein wenig ausholen. Mein Großvater war im Vorstand eines großen Kaufhauses, wollte aber immer zurück zu dem Bauernhof, wo er groß geworden ist. Dieser Hof lag sehr ländlich und er wollte nicht für jede Kleinigkeit in die Stadt fahren müssen, also hat er ein eigenes Kaufhaus auf dem Hof gebaut. Ich stand also vor meiner Großmutter und wollte wissen, wie das mit dem Teppich funktioniert, sie verschwand im Laden, tauchte nach einer Weile mit einem Karton voller Stoff, Wolle und Werkzeuge wieder auf und sagte: “Hier, mach mal.” Das war´s. So habe ich begonnen, Teppiche zu hooken, zopfen, punchen. Und auch die Straminstickerei und Patchwork, aber das kam etwas später. Diese vier Teppichkünste: Hooken, zopfen, punchen und Straminstickerei sind mein Lebensmittelpunkt.

Als Kind habe ich auch viel an Wettbewerben teilgenommen. In Missouri, das sehr ländlich ist, wird alles ausgestellt. Hausgemachte Marmeladen, Teppiche, Gestricktes, Gemüse. Dort lebt die Nadelarbeit anders als in den Städten. Ich habe viel vom Wissen der Jury, der Nachbarinnen profitiert, die begeistert waren, dass sich ein junger Mensch für die traditionellen Handwerkskünste interessiert. So haben sie mir ganz viel beigebracht, auch wenn ich Autodidakt bin, aber ich wurde nie allein gelassen. Ich habe in dieser Zeit viele Preise gewonnen, da ich oft die einzige meiner Altersklasse war.

 

die schiffchenschieberin: Welchen Stellenwert hat punch needle überhaupt in Amerika?

Es ändert sich gerade. Das Traditionelle Rug hooking war der Standard, an dem man sich gemessen hat. Und gerade die Leute in Neuengland, in der maritimen Ostküstengegend, wo das Ganze entstanden ist, haben gegenüber den anderen eine Haltung eingenommen, dass sie etwas besseres seien.

Das traditionelle Rug hooking ist so um 1800 in Neuengland/Kanada entstanden. Dort gab es viele Tuchfabriken und die Mädchen, die dort gearbeitet haben, durften die Reste vom Boden aufsammeln, sie haben diese Wollstreifen mitgenommen, in irgendeiner Art und Weise verarbeitet und oft den Jungs, die als Matrosen gearbeitet haben, als Winterbeschäftigung mitgegeben. Daher findet man in den alten Teppichen aus Neuengland viele maritime Motive.

Historisches zur Punchneedle

Es lässt sich darüber streiten, woher die punch needle nun wirklich stammt, Ägypten, Russland. Fakt ist, es gibt diese Art der Stickerei schon seit vielen vielen vielen Jahren. So wurden z.B. mit ganz feinen Fäden Priestergewänder verziert. Gegen 1835/36 hat man sich diese Technik abgeguckt und eine eigene Nadel erschaffen, eine Stickerei, etwas gröber, mit Wollstoffstreifen oder Wollgarn und daher heißt es punch needle rug hooking. Das Ergebnis sieht aus wie Rug hooking, die Technik ist aber Punch needle. Die traditionellen Rughooker haben immer etwas arrogant auf die Punch needler geschaut, was vor allem Amy Oxford abgekriegt hat, als sie mit ihrer Nadel um die Ecke kam. Mit steigendem Erfolg Amys hat sich diese Einstellung jedoch gewandelt. Und jetzt gibt es sogar Artikel über uns Punch needler im Rug hooking-Magazin. Ich selbst liebe alle drei Techniken, Rug hooking, Punch needle und Zopfen, da alle drei Techniken ihren eigenen Charme, ihre eigene Geschichte haben und einem ein ganz eigenes Gefühl im Arbeitsprozess geben.

Kelly Wrights Buch auf der h+h

Das Buch Punch needle von Kelly Wright

die schiffchenschieberin: Wie kam es überhaupt zum ersten Buch? Ist der Stiebner Verlag auf dich zugekommen?

Nein, tatsächlich habe ich bereits vor Jahren, als ich meine Firma gegründet habe, überlegt, wie ich diese Technik vermitteln kann. Eigentlich muss ich zu den Menschen, so war ich auf vielen Messen und bin auf viel negative Kritik gestoßen. Mehrmals im Jahr habe ich meine Kisten ins Auto gepackt und bin los gezogen. Die Deutschen sind Neuem gegenüber nicht unbedingt aufgeschlossen. So habe ich dann schon immer überlegt, was ich in ein Buch schreiben könnte und ein Konzept erstellt. Mit einem Buch ist es dann aber nicht getan, so habe ich in meinem Kopf vier Bände erstellt.

Der Verlag

So entstand dann die Zusammenarbeit mit dem Stiebner Verlag, der nur eine gute halbe Stunde von mir entfernt ist. Der Stiebner Verlag hat seine Autorenanforderungen sehr sympathisch formuliert. Sie haben vier, für mich ganz leicht zu beantwortende Fragen gestellt: Wer sind Sie, wieso können sie, was sie können? Wen wollen Sie ansprechen und was wollen sie diesen Menschen mitteilen? Dazu wollten sie ein Probekapitel, womit ich recht schnell durch war. Einige Wochen später habe ich dort angerufen und gefragt, wie sie es finden. So entstand die Zusammenarbeit und anschließend bin ich abgetaucht und habe das Buch geschrieben. Der Stiebner Verlag hat immer wieder nachgefragt, ob ich im Zeitplan sei. Hier stimmte immer die Chemie. Nach Abgabe haben sie das Layout übernommen und was sie daraus gemacht haben, ist wunderbar. Sie haben sofort verstanden, was ich zu sagen hatte, haben mir gute Tipps gegeben, als ich das Rohmaterial geliefert habe. Es war für mich ein sehr sehr schöner Lernprozess, wie man ein Projekt macht und sich bei jedem Schritt diszipliniert, wie man das fotografiert, so dass es ein Außenseiter nachvollziehen kann. Wenn man für sich selbst arbeitet, arbeitet man anders, schneller und (lacht) nachts. Die Zusammenarbeit habe ich als sehr positiv empfunden und ich bin mit dem Produkt sehr zufrieden. Daraufhin habe ich jetzt auch die englische Version geschrieben, was mir sehr wichtig war.

 

Kleine feine Details

die schiffchenschieberin: Was punchst du am liebsten?

Teppiche. Mit Wolle und einer Nr9-Nadel. Und ich liebe Werke, wo irgendein witziges Detail ist. Zu Hause habe ich einen Teppich mit einem Bären im Schrank oder ein Mädchen, das auf einer Gans liegt. Ich arbeite sehr gern illustrativ und ich liebe Florales, Tiere und ganz bunte Muster. Besonders liebe ich sich wiederkehrende Muster wie z.B. bei einer Borte, die auf den ersten Blick nichts mit dem Bild zu tun hat. Dabei lasse ich mich gehen. Bei sehr großen Projekten mit floralen Mustern, mit interessanten kleinen feinen Details, das ist meine Welt.

Puch needle auf gefärbtem Monk´s cloth

die schiffchenschieberin: Welches große Projekt würdest du gern mal punchen, wofür dir bislang die Zeit fehlte?

Ich habe schon sehr große Teppiche gemacht und ich zopfe auch sehr viel, was für mich so eine ganz tiefe Befriedigung ist. Ich arbeite gern detailliert und groß. Andere würden sagen: „Hat sie denn nichts anderes in ihrem Leben zu tun?“ Aber ich bin sehr sehr fleißig und geduldig. Daher habe ich bereits einige große Teppiche als Auftragsarbeit gemacht. Letztes Jahr habe ich z.B. einen runden Zopfteppich mit 6 m Durchmesser gezopft. Das sind über 600 m Zopf, das ist ein Gewicht, sprich schwere körperliche Arbeit. Bei mir in der Diele liegt auch ein großer gepunchter Teppich, der ist 3×2 m groß und davon würde ich gern einen zweiten machen, mit vielen Blumen und Familienmotiven, vielleicht eine Borte mit arabischen Elementen. Ich liebe die Boucherouites, marokkanische Teppiche, von denen würde ich gern mal mehr punchen, diese Motive finde ich faszinierend und so toll. Es ist so befreiend, wenn man weiß, dass es von Menschenhand stammt. Ja, vielleicht ist der 90-Grad-Winkel dann nicht 90 Grad, sondern nur 87, halt perfekt unperfekt.

 

Die deutsche Frage

die schiffchenschieberin: Du punchst viel in der Öffentlichkeit, wie reagieren die Leute auf dich?

Meistens fasziniert, viele fragen, was das sei. Und jetzt kommen immer mehr positive Rückmeldungen. Gestern z.B., hier auf der Messe, war es so toll. Ich kann auch entspannter auf sie zugehen, wenn ich nicht das Gefühl haben muss, sie von irgendwas zu überzeugen, was sie sich nicht verkaufen lassen wollen. Jetzt kommen Rückmeldungen: „Ach, das habe ich auf Instagram gesehen“ und ähnliches. Das macht viel Spaß. So kommt man mit vielen Leuten in Kontakt, mit denen man sonst nie in Kontakt gekommen wäre. Und genau darum geht es, diese Verbindung ist so toll. Dann gibt es noch diese eine Frage, die mir alle Deutschen stellen: „Hält das?“ Dieses „ach, das kann doch gar nicht funktionieren“ kommt immer weniger, hier musste ich mir früher immer auf die Zunge beißen, das man auch beim hundertsten Mal geduldig antwortet. Ich könnte fast weinen, wie sich das so schnell gewandelt hat.

Kellys Punch needle Rahmen

Instagram und Punch needle

die schiffchenschieberin: Also ist Instagram schon für dich die Quelle, die das Punchen gerade modern macht?

Ich selbst habe erst spät mit Instagram angefangen, doch dann bekam ich das Gefühl, hier passiert etwas, das an mir vorbeigeht. So konnten die Leute auch nichts von mir wissen, wo ich das doch schon viel länger als alle anderen mache. Also habe ich mich mit dem Thema Instagram beschäftigt und fand es so spannend. Es ist eine große Chance, wieso habe ich es nicht schon früher gemacht?

Punch needle Herz

die schiffchenschieberin: Gibt es noch eine Handarbeit, die du gern lernen würdest oder eine hier noch unbekannte Handarbeit einführen?

Es gibt kaum eine Nadelarbeit, die ich nicht gemacht habe. Ich habe gewebt, geklöppelt, gestrickt, gehäkelt. Sobald ich eine Nadel in die Hand genommen habe, hat es sich immer angefühlt, als ob ich das mein ganzes Leben gemacht hätte. Ich liebe Nadeln und alles zu kombinieren. So habe ich z.B. auch schon Bayern Dirndl nähen beigebracht. Was ich wirklich gern besser machen könnte ist Schreinern, die Arbeit mit Holz mag ich. Daher mache ich meine Rahmen auch selbst. Ich würde auch wahnsinnig gern mein eigenes Haus bauen und mehr über einen Automotor wissen, Zahnräder, ich liebe einfach alles Technische. Es gibt kaum Bereiche in Natur und Technik, was mich nicht zutiefst packt.

 

Inspiration

die schiffchenschieberin: Was inspiriert dich?

Die Natur, meine Kinder, Leute, Gerüche, Erinnerungen, meine Träume, Geschichten, Märchen, Musik, vor allem aber beobachte ich gern Menschen. Faszinierend finde ich wie unterschiedlich und doch gleich Gesichter sind. Wie man aussieht spiegelt auch wie und wer man ist, das findet Eingang in meine Werke. Das Zusammenspiel Mensch und Umwelt kommt irgendwie automatisch ins Werk. Immer wenn ich mich angestrengt habe anderen Menschen gefallen zu wollen war ich am schlechtesten. Daher liebe ich die Lehrtätigkeit, hier kommst du an die Menschen heran und hast diese eine Chance.

Punch needles bei Kelly erhältlich

Ausblick

die schiffchenschieberin: Was planst du als nächstes außer der Punch needle- Weltherrschaft?

Meine Lebensaufgabe ist Werke zu schaffen, die andere Leute glücklich machen und inspirieren, ihren eigenen Ausdruck des Glücks zu finden; das Handwerk zu lernen, ihr intimstes Leben mit Liebe, Wärme und Farben zu füllen. Ob es Punch needle, traditionelles Rug hooking, Zopfen oder Malen ist.

Liebe Kelly, tausend Dank für das tolle Interview, ich hätte dir noch stundenlang zuhören können! Von ganzem Herzen viel Erfolg für das Buch!!!

Wenn ihr mehr von Kellys wunderbarer Arbeit erfahren wollt, schaut auf ihrem Instagramprofil  oder auf ihrer Webseite nach. Kelly Wright im Interview zu haben war mein absolutes Messehighlight. Es war interessant, spannend und die Zeit verging wie im Flug. Vielen Dank auch an das tolle Team des Stiebner Verlags!!!

 

Weitere Artikel, u.a. ein Punchneedle von A-Z findet ihr hier:

Die Amy Oxford Punchneedles und meine Rezension ihres Buches

Kelly Wright im Interview und eine Rezension ihres Buches 

Mein Besuch beim Punch needle Workshop bei halfbird

Mehr über die unterschiedlichen Schlaufen und Stiche

Welche Fehler auftreten können und was ihr dagegen tut – das Troubleshooting

Welche Stoffe funktionieren, welche nicht und was für Nadeln es noch gibt und den Unterschied zwischen Punch needle und Sticken erkläre ich euch.

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Interview mit @dkwright Kelly Wright zum Thema #punchneedle #oxfordpunchneedle Interview mit @dkwright Kelly Wright zum Thema #punchneedle #oxfordpunchneedle

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