Farbverlauf weben

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Wie lässt sich ein Farbverlauf weben?

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Als ich neulich durch Instagram stöberte, stieß ich auf Frau Feinmotorik und Farbverläufe. So war mein nächstes Thema klar: Farbverlauf weben. Und by the way: Frau Feinmotorik veröffentlicht demnächst zwei Strickbücher, zu denen ich ihr ganz herzlich gratulieren möchte!!! Ich wünsche dir viele verkaufte Bücher, zufriedene Leser und wunderschöne nachgestrickte Dinge. Doch zurück zum Ausgangspunkt.

Farbverläufe, gradients oder auch Fadings sind grad schwer angesagt im Handarbeitsbereich. Und natürlich kann man das auch im Schiffchenschiebergewe(r)be umsetzen. So, here it is.

Ein Wandteppich in schwarz-weiß

Ich durchwühlte also meinen Stash und irgendwie war mir nach schwarz und weiß. (Nachdem endlich mein Loop in schwarz-weiß fertig war, konnte ich mich doch nicht so einfach trennen). So schnappte ich mir die gute alte Schachenmayr Catania in schwarz und weiß, bespannte einen Schulwebrahmen mit Baumwollkettgarn und machte einen groben Plan, was alles vorkommen soll. Dann umwickelte ich ein Buch (passend zum vorigen Thema Weben auf Finnisch mit schwarzen Fäden, schnitt diese oben und unten durch und hatte den Anfang für meine schwarzen Ryaknoten. (Oh je, dabei fällt mir ein, da war ja noch was, das Langzeitprojekt Ryaknoten). Die Fäden werden oben und unten jeweils am Buchschnitt gekappt und man hat ein gutes Büschel Fransen.

Dasselbe wiederholte ich noch in anderen Farbverhältnissen. Angefangen habe ich bei 4:0 in schwarz, dann 3:1, 2:2 und 1:3, bis ich bei 0:4 gelandet bin. Sprich ich habe meine Kettfäden gezählt (42), also sind es 21 Knoten pro Reihe, da ich für jeden Knoten zwei Kettfäden benötige. Ich möchte 2.5 Reihen in weiß knoten, d.h. ich benötige 63 Knoten und dafür 126 Fäden weiß.

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Ryaknoten als Farbverlauf

Ich liebe ja Soumak und Ryaknoten, da sie so unvorstellbar vielseitig sind. Gerade bei Ryaknoten lässt sich ein prima Farbverlauf einbauen. Erstmal beginne ich mein Webstück mit einigen Reihen Leinwandbindung, die ich zusätzlich noch mit Hemstitching sichere. Ich habe insgesamt 42 Kettfäden für diesen kleinen Wandteppich, jeweils zwei benötige ich für einen Rya, ergo hat jede Reihe 21 Knoten. Diesmal nehme ich zwei Fransen pro Knoten, lege diese u-förmig über zwei Kettfäden, ziehe von hinten die zwei linken Fadenenden nach vorne und anschließend die rechten Fadenenden und ziehe diese zu einem Knoten zusammen. Das ist schon alles. Ich habe bei diesem Stück 2.5 Reihen mit weißen Ryaknoten bestückt. Nach jeder Knotenreihe sollte diese mit Leinwandbindung stabilisiert werden. Ich nutze hierfür meist eine Hin- und Rückreihe.

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Dann folgt der erste schwarze Einfluss. 105 Fäden weiß, 21 schwarz, die ich zufällig verteilt habe.

83 Fäden weiß, 43 schwarz.

63 Fäden schwarz und 63 Fäden weiß sind gemeinsam verknotet worden.

83 Fäden schwarz, 43 Fäden weiß.

105 Fäden schwarz, 21 Fäden weiß.

Zum guten Ende folgen 126 Fäden in schlichtem schwarz. Genug geknotet, jetzt wird gewebt. Aber erstmal werden die Finger entknotet, ausgeschüttelt und sich auf die Schulter geklopft. 🙂

Schwarz-weiße Reihen

Ein stylischer Effekt sind schwarz-weiße Streifen. Besonders werden diese wie folgt: Die erste Reihe (weiß) webt ihr mit Gatterkamm nach oben, schlagt an und setzt schwarz an mit Gatterkamm nach unten. Nun ist wieder weiß dran mit Gatterkamm oben, schwarz wieder mit Gatterkamm unten. Dies wiederholt ihr so oft ihr mögt. Die Farben sind diesmal nicht versetzt sondern jeweils übereinander.

Farbverlauf weben – jetzt aber wirklich 🙂

So, nun wird wirklich gewebt. Wir nehmen wieder die gleichen Verhältnisse wie mit den Fransen. Also, wir weben diesmal mit vier Fäden gleichzeitig. Diese auf gleiche Länge (etwa 3-4mal die Breite des Webstücks) bringen und in normaler Leinwandbindung weben. Dann drei Fäden schwarz, ein Faden weiß. Zwei Fäden weiß, zwei Fäden schwarz. Ein Faden schwarz, drei Fäden weiß. Und zu guter Letzt vier Fäden weiß. Ich mag den Effekt sehr sehr gern. Außerdem webt es sich mit vier Fäden gleichzeitig unglaublich schnell.

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Kein Wandteppich ohne Soumak 🙂 dieser wurde mit zwei Fäden (einer weiß, einer schwarz) gleichzeitig geknotet. Um den Strickeffekt zu bekommen, habe ich – wie immer – zwei Reihen gefertigt.

Dann folgten einige Reihen rein schwarze Leinwandbindung, darauf einige in weiß. Diese bilden den Untergrund für die nächste Schicht Ryaknoten, diesmal in umgekehrter Farbgebung.

Kurz vor Schluss habe ich nochmal Leinwandbindung in schwarz und weiß gewebt, um mit dem Hemstitch abzuschließen.

Dies waren nun einige Beispiele für Farbverläufe, aber, wie beim Weben so üblich, wurde auch hier nur an der Oberfläche gekratzt. Es werden sicher noch mehr Beispiele für Farbverläufe folgen.

 

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